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Partnerschaft und Sexualität2018-09-28T12:20:21+02:00
herz

Partnerschaft und Sexualität bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

CED in der Partnerschaft

Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa haben in einer Partnerschaft mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Ist beispielsweise ein gemeinsamer Urlaub schon lange geplant und fällt dieser dann einem Krankheitsschub zum Opfer? Oder muss der romantische Restaurantbesuch vom ständigen Gang aufs WC unterbrochen werden? Gibt es gemeinsame Kinder, so muss sowohl die Betreuung der Kinder als auch die des kranken Partners organisiert werden. Diese und noch weitere Probleme können eine Beziehung auf Dauer stark belasten. Speziell die akuten Schubphasen können hier zur Herausforderung für die Partnerschaft werden. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass die Partner von CED-Betroffenen viel Verständnis für die Erkrankung zeigen und die Beziehung dadurch nicht so sehr belastet sehen, wie die Betroffenen selbst das einschätzen würden. Viele Paare fühlen sich durch diese gemeinsame schwierige Situation besonders eng verbunden und wachsen mit den Herausforderungen zusammen.

Sex, Singles und Verhütung

In ihren sexuellen Aktivitäten brauchen sich Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa nicht einzuschränken. Besonders in entzündungsfreien Phasen kann man das Sexualleben meist in vollen Zügen genießen. Medizinisch ist Sex auch in einer Schubphase unbedenklich, allerdings wird körperliche Nähe von CED-Patienten manchmal als unangenehm empfunden. Höre in dieser Zeit gut in dich hinein und kommuniziere offen mit deinem Partner / deiner Partnerin. Die Belastungen aufgrund der Erkrankung (sei es jetzt körperlich oder seelisch) können Lustgefühle vermindern. Als größtes körperliches Problem werden Fisteln und Abszesse im Genitalbereich genannt, die bei einigen Betroffenen im Zuge der Erkrankung entstehen. Sind Fisteln oder Abszesse im Genitalbereich angesiedelt, können diese Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen.

Ist man als CED-Betroffener Single, so kann sich die Partnersuche oftmals schwierig gestalten. In Schubphasen, die ja von diversen Beschwerden begleitet werden, verlässt man ungern die eigenen vier Wände. Somit finden über einen längeren Zeitraum oft nur sehr eingeschränkt soziale Aktivitäten statt. Dazu kommt, dass man sich selbst als Betroffener in solchen Phasen vielleicht nicht besonders attraktiv fühlt und auch die sexuelle Aktivität aufgrund von z. B. Bauchschmerzen oder Angst vor Durchfällen vermindert. Es mag anfangs vielleicht schwer fallen, aber Offenheit ist besonders zu Beginn einer neuen Partnerschaft gefragt. Auch hier gilt: Gespräche helfen beiden Seiten, Verständnis für Ängste und Probleme des anderen mit der Situation zu entwickeln!

In puncto Verhütung sollten CED-Betroffene vor allem im Hinblick auf die Einnahme der Antibabypille Folgendes beachten: Die Hormone, die für die Verhütung sorgen, werden über den Darm aufgenommen. So kann es bei starken Durchfällen passieren, dass zu wenig oder gar kein Wirkstoff vom Körper aufgenommen wird. Besonders wenn die Krankheit aktiv ist, sollte daher zusätzlich mit Kondomen verhütet werden. Spezielle Fragen dazu sollten mit einem versierten Gastroenterologen, einer CED-Nurse oder einem Gynäkologen des Vertrauens besprochen werden.

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Viele Paare fühlen sich durch diese gemeinsame, schwierige Situation besonders eng verbunden und wachsen mit den Herausforderungen zusammen.