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Therapie einer CED2019-08-05T08:50:28+02:00

Therapie einer CED

Was ist das Ziel einer CED Therapie? Die Arten der Medikation, Voruntersuchungen, Therapieerfolg verstärken …

Das Ziel der CED Therapie

Da die Ursache von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bis heute nicht vollständig geklärt ist, ist auch eine Heilung dieser Erkrankungen bislang nicht möglich. Dank dem Einsatz von diversen medizinischen Therapieformen, können selbst schwer erkrankte CED-Betroffene eine Lebensqualität erreichen, in der nicht allein die Krankheit ihren Alltag dominiert.

Die wichtigsten Ziele dieser Therapie(n) sind:

  • Symptome lindern! – erstes Ziel jeder Therapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist es, die akuten Symptome bzw. die Beschwerden zu lindern. Der akute Schub soll somit stabilisiert werden.
  • Beschwerdefreiheit erreichen! – außerdem soll eine Phase der Beschwerdefreiheit (auch Remission genannt) ehestmöglich erreicht werden.
  • Entzündung eindämmen, Normalisierung der Darmschleimhaut erreichen! – das langfristige Ziel der Therapie ist es, den Zustand der Remission (Beschwerdefreiheit) so lange wie möglich zu erhalten!
  • Komplikationen und Operationen vermeiden! – wichtig ist auch, dass die Erkrankung durch den Einsatz der geeigneten Therapie gut unter Kontrolle gehalten wird, um weitere Komplikationen oder Operationen möglichst zu vermeiden.
  • Lebensqualität verbessern und erhalten! – im Idealfall findest du die für dich geeignete Therapie und einem „normalen“ Alltag steht somit nichts mehr im Weg!

Was ist das Ziel einer CED Therapie? Erfahren Sie mehr über die Arten der Medikation, Voruntersuchungen und Wirkungsweise, sowie Möglichkeiten mit Eigeninitiativen den Therapieerfolg zu verstärken.

Medizinische Therapieformen im Überblick

Je nach Schwere der Erkrankung gibt es eine Reihe von Therapiemöglichkeiten bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Angefangen mit gut verträglichen entzündungshemmenden Medikamenten bei leichten Schüben, über die Behandlung mit Kortison-Präparaten, bis hin zur komplexen Immuntherapie (Immunsuppressiva) bzw. dem Einsatz von Biologika. Hierbei reichen die Formen der Medikation von Zäpfchen, Tabletten, Schaum, Einläufen und Granulat bis hin zu Spritzen und Infusionen.

1) AMINOSALICYLATE

Diese wirken entzündungshemmend und werden bei leichteren Beschwerden eingesetzt oder beim akuten Schub. Bei schweren Verlaufsformen von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hingegen reicht diese Art der Therapie oft nicht aus.

2) KORTISONPRÄPARATE (STEROIDE)

Diese wirken stark entzündungshemmend und werden im akuten Schub bzw. bei schweren Verlaufsformen eingesetzt. Kortisonpräparate werden allerdings nicht als Dauertherapie verabreicht, sondern für maximal 8-12 Wochen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

3) IMMUNSUPPRESSIVA

Diese kommen bei hoher Entzündungsaktivität – neben Entzündungshemmern (wie z.B. Kortison, auch Steroide genannt) – zum Einsatz, um die überschießende Reaktion des Immunsystems auf den eigenen Körper herabzusetzen. Diese immunsuppressiven Medikamente beinhalten Stoffe, die unter anderem unerwünschte Entzündungsreaktionen des Körpers eindämmen, indem sie in den Immunhaushalt eingreifen. Ein langfristiges Abheil der Entzündung und die damit verbundene Beschwerdefreiheit (Remission) ist hier das Ziel. Die Wirkung setzt zumeist nur langsam ein (nach mehreren Wochen bzw. Monaten). Oft werden Immunsuppressiva auch zur Erhaltung der beschwerdefreien Phase (Remission) eingesetzt.

4) BIOLOGIKA- UND BIOSIMILARTHERAPIEN

Diese Weiterentwicklung der Immunsuppressiva sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die bei mittelschweren bis schweren Verlaufsformen einer CED zum Einsatz kommen und gezielt in den Entzündungsprozess bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingreifen bzw. diesen unterbinden. Grundsätzlich werden Biologika vor allem dann eingesetzt, wenn die Therapie mittels Immunsuppressiva keine gewünschte Wirkung zeigt. Unter Umständen wird bei sehr schweren bzw. komplexen Krankheitsverläufen das Biologikum mit einem Immunsuppressivum kombiniert.

Detailinformationen zu den verschiedenen medikamentösen Therapieformen siehe auch auf der Website von CED-Nursing HIER


Untersuchungen vor Start der Therapie

Besonders wichtig bei der Therapie mit Immunsuppressiva bzw. Biologika ist eine genaue Untersuchung des Patienten im Vorfeld, um den aktuellen Gesundheitszustand bzw die körperliche Verfassung festzustellen. Um Vorerkrankungen, wie z. B. latente Tuberkulose, auszuschließen, die in der Therapie unter Beeinflussung des Immunsystems zum Problem werden könnten, werden deshalb vor jeder Behandlung mit Immunsuppressiva bzw. Biologika genaue Voruntersuchungen vorgenommen.


Kontrolluntersuchungen während der Therapie

Bei einigen der oben genannten Therapieformen wird aktiv in das Immunsystem eingegriffen. Daher ist nach Start einer Therapie die weitere Beobachtung des Gesundheitszustandes bzw. anderer Erkrankungen während der gesamten Therapiezeit sehr wichtig, um die Wirksamkeit zu überprüfen bzw. Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen. Es wird empfohlen, das von dem behandelnden medizinischen Personal vorgegebene Kontrollintervall bezüglich Blutabnahmen und Stuhlabgaben einzuhalten, um dadurch den Therapieerfolg zu unterstützen.

Darüber hinaus sollten in regelmäßigen Abständen gynäkologische und dermatologische Kontrollen durchgeführt werden. Bei geplanten Reisen oder längeren Auslandsaufenthalten ist es wichtig, dass man sich vorab von den behandelnden ÄrztInnen entsprechend beraten lässt. Mehr dazu auch im Kapitel „CED und Reisen“ HIER!


Vorsicht ist bei Schmerzmittel geboten!

Im Zuge der Erkrankung klagen Betroffene immer wieder über Schmerzen. Diese können zum Teil auch in den Ruhephasen der Erkrankung auftreten, sprich wenn man sich in einer „schubfreien“ Zeit befindet.

Besondere Vorsicht ist bei Einnahme von „Nicht-steroidalen Antirheumatika“ (NSAR) geboten. Die Wirkstoffe solcher Präparate sind z.B. Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen. Diese Medikamentengruppe sollte in der Regel NICHT zur Schmerztherapie bei CED-Patienten eingesetzt werden, da diese Medikamente häufig Schübe des Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa auslösen können.

Für den Darm besser verträglich sind Medikamente welche Paracetamol enthalten oder bei stärkeren Schmerzen Morphium-ähnliche Medikamente wie Tramadol oder Tilidin.


Mut machen – Mut fassen!
Zukunftsängste und Sorgen um den Krankheitsverlauf, die Familie oder den Beruf sind normal, auch das private Umfeld von CED-Betroffenen macht sich große Sorgen. Der Austausch im Gespräch kann oft schon viel bewirken, auch das Annehmen psychologischer Betreuung zur Bewältigung der Ängste ist hilfreich, wichtig und bestimmt keine Schande!

Mit Eigeninitiative zum Therapieerfolg

Wichtig ist es aufzuzeigen, dass alle Betroffenen die Möglichkeit haben, ihren Therapieerfolg positiv zu beeinflussen. Die aktive Auseinandersetzung deiner Erkrankung trägt viel zum eigenen Wohlbefinden bei. Das Achten auf die regelmäßige Einnahme der entsprechenden Medikamente, die richtige Ernährung, bewusste Stressbewältigung oder den Umgang mit Gewohnheiten wie Rauchen unterstützen nicht nur den Therapieerfolg in Akutphasen, sondern wirken sich auch positiv auf die Stabilisierung in der Remission aus.

Darüber hinaus ist es neben der medizinischen Behandlung auch ratsam, weitere Hilfe in Anspruch zu nehmen: bei Selbsthilfegruppen (ÖMCCV – Österreichische Morbus Crohn-Colitis ulcerosa Vereinigung) Rat zu holen oder tiefergreifende Probleme in eine Gesprächstherapie einzubringen. Diese und noch viele weitere Möglichkeiten der Eigeninitiative von CED Betroffenen, wirken sich positiv auf den gesamten Therapieverlauf aus. Mehr dazu auch im Kapitel „Dein Leben mit CED“ HIER!

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