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Operationen bei CED 2018-10-20T14:14:50+00:00

Operationen bei CED

Operative Eingriffe bei Morbus Crohn, OPs bei Colitis ulcerosa – was erwartet dich?

Operative Methoden bei CED

Im Laufe der Erkrankung wird der Darm mit jedem Schub mehr in Mitleidenschaft gezogen. Im Fall irreparabler Gewebsschädigung im Darm müssen Teile des Darms operativ entfernt werden.

Zu Darmoperationen bei CED kann es unter anderem kommen, wenn

  • die medikamentöse Therapie nicht (mehr) wirkt,
  • es durch Narben und Verwachsungen zu Engstellen (Stenosen) im Darm kommt,
  • ein Darmverschluss droht,
  • innere Fisteln/Abszesse bestehen,
  • Blutungen im Darm nicht gestillt werden können,
  • Hinweise auf Darmkrebs(-vorstufen) bestehen,
  • ein Darmdurchbruch auftritt (Notfalloperation) oder
  • dies von der Patientin/dem Patienten ausdrücklich gewünscht wird.
Morbus Crohn Operation und Colitis ulcerosa Operation: Operative Eingriffe bei CED.

Operative Eingriffe bei Morbus Crohn

Eine Operation bei Morbus Crohn ist bei Betroffenen eine wichtige Therapieoption, was folgende Zahlen belegen:

  • Bei 80 % der Morbus Crohn-Patienten wird etwa zehn Jahre nach Ausbruch der Krankheit die erste Morbus Crohn Operation durchgeführt.
  • Etwa 90 % der Morbus Crohn-Patienten müssen sich mindestens einmal in ihrem Leben einer Morbus Crohn Operation unterziehen.

Die wichtigsten Gründe für eine Morbus Crohn-OP sind ein Darmverschluss (Ileus), ein Darmdurchbruch (Perforation) oder schwere Blutungen. Eine Morbus Crohn Operation zum richtigen Zeitpunkt kann Beschwerden und Komplikationen verhindern. Bei einer Operation des Morbus Crohn wird so wenig Dünndarm wie möglich entfernt, da es trotz Resektion (Entfernung) zu einem Rezidiv (erneuten Auftreten) kommen kann. Das sparsame Entfernen der Darmabschnitte beugt der Entstehung eines Kurzdarmsyndroms vor.

Darüber hinaus können Fisteln oder Geschwüre zu Operationen führen. Gelegentlich kommt es zu einem vorübergehenden künstlichen Darmausgang, um Darmabschnitte zu schonen. Selten kann ein bleibender künstlicher Darmausgang (Stoma) erforderlich sein. Ein Abszess kann entweder punktiert werden oder die Flüssigkeit wird über einen Drainageschlauch abgeleitet.

Morbus Crohn Operation verspricht keine Heilung

Durch die Operation werden schwere Symptome meist beseitigt, eine Heilung des Morbus Crohn ist durch die Operation grundsätzlich nicht möglich. Da die Erkrankung durch einen operativen Eingriff nicht geheilt werden kann, sondern auch nach einer Morbus Crohn Operation die Gefahr eines Rückfalls (Rezidivs) besteht, muss das Für und Wider einer Operation bei Morbus Crohn individuell abgeklärt werden.

Gerade nach einer OP und in Remissionsphasen ist es wichtig, auf die richtigen Nahrungsmittel und Getränke zu achten, um den Darm zu entlasten.

HIER erfährst du mehr über die richtige Ernährung!

Operative Eingriffe bei Colitis ulcerosa

Bei der Colitis ulcerosa-OP handelt es sich meist um eine Proktokolektomie. Bei ca. 10-20% der Colitis ulcerosa Patienten ist diese vollständige Entfernung des Dickdarmes und des Mastdarmes notwendig. Wenn eine Operation erforderlich wird und die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, gelten heute die komplette Entfernung des Dickdarms und des Mastdarmes sowie die Anlage eines ileoanalen Pouches (IAP) als Standardverfahren. Im Rahmen der Operation wird nach der Entfernung des Dickdarms, die Stuhlpassage rekonstruiert, indem der Dünndarm gestreckt und oberhalb des Schließmuskels am After fixiert wird. Anschließend wird aus Dünndarmschlingen ein sogenannter J-Pouch geformt. Durch diese Art der Operation kann der Dickdarm entfernt werden, ohne dass dauerhaft ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muss. Dadurch bleibt die Kontrolle des Stuhlgangs weitgehend erhalten und der „normale“ Gang aufs Klo ist weiterhin möglich. Wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings die Erhaltung des Schließmuskels.

Was ist ein Ileoanaler Pouch?

Ein Pouch ist ein aus Dünndarmschlingen geformtes Reservoir, das die Funktion des Mastdarms, also die Speicherung des Darminhalts vor der Entleerung, ersetzen soll. Durch den Pouch wird der recht flüssige Darminhalt des Dünndarms gesammelt und die direkte Entleerung hinausgezögert. „lleoanal“ bedeutet, dass mit dem Pouch eine direkte Verbindung zwischen dem letzten Abschnitt des Dünndarms (lleum) und dem Anus geschaffen wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Pouch zu gestalten.

Die ileoanale Pouch-Operation hat den entscheidenden Vorteil der Vermeidung eines dauerhaften künstlichen Dünndarmausgangs (Ileostoma). Während früher der Dickdarm mitsamt dem Schließmuskel komplett entfernt und deshalb ein dauerhafter künstlicher Dünndarmausgang (Ileostoma) notwendig wurde, ist mit der Pouch-Konstruktion keine absolute Notwendigkeit mehr vorhanden, einen dauerhaften künstlichen Darmausgang anzulegen.

Häufig wird ein vorübergehender künstlicher Darmausgang angelegt, um die frischen Darmnähte nach der Colitis ulcerosa-Operation zu schützen.

Kann der Schließmuskel bei der Colitis-ulcerosa-OP jedoch nicht erhalten werden, muss ein dauerhaftes Stoma (künstlicher Darmausgang) angelegt werden.

VIDEO: Was eine Betroffene dazu sagt!

Stuhlgang nach Colitis ulcerosa-OP

Vor einer Colitis ulcerosa-OP hat der Patient bis zu 30-mal pro Tag Stuhlgang. Nach einer Colitis ulcerosa-OP reduziert sich die Stuhlfrequenz auf etwa fünf bis zehn Stühle pro Tag. Der Stuhlgang wird nach der Colitis ulcerosa-Operation allerdings immer dünn bis breiig bleiben.

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Eine Operation bei Morbus Crohn ist bei Morbus Crohn-Betroffenen eine wichtige Therapieoption, was folgende Zahlen belegen:

  • Bei 80 % der Patienten wird etwa zehn Jahre nach Ausbruch der Krankheit die erste OP durchgeführt.
  • Etwa 90 % der Patienten müssen sich mindestens einmal in ihrem Leben einer OP unterziehen.