Was ist Morbus Crohn?
Morbus Crohn ist eine Chronisch Entzündliche Darmerkrankung (CED), die den gesamten Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum Anus betreffen kann. Am häufigsten sind jedoch der Dünndarm (insbesondere das terminale Ileum) und/oder der Dickdarm betroffen. Die Erkrankung verläuft in Schüben, mit wechselnden Phasen von Entzündung (Schüben) und beschwerdefreien Zeiten (Remissionen).
Typische Beschwerde bei Morbus Crohn
- Chronische Durchfälle (oft nicht blutig)
- Bauchschmerzen, oft im rechten Unterbauch
- Gewichtsverlust, Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Müdigkeit, Fieber und Schwäche
Entzündungsmuster
Morbus Crohn kann jeden Abschnitt des Verdauungstrakts betreffen – vom Mund bis zum After. Typisch: Die Entzündung tritt abschnittsweise auf (gesunde und entzündete Bereiche wechseln sich ab) und kann alle Schichten der Darmwand erfassen. Je nach Lage unterscheidet man vier Hauptformen:
Ileitis terminalis – Befall des letzten Dünndarmabschnitts; häufigste Form. Schmerzen im rechten Unterbauch, Durchfälle, Gewichtsverlust.
Crohn-Colitis – Befall des Dickdarms. Durchfälle (teils blutig), Bauchkrämpfe, häufiger Stuhldrang.
Ileocolitis – Dünn- und Dickdarm zugleich betroffen; ebenfalls sehr häufig. Kombination der oben genannten Beschwerden, oft mit Erschöpfung.
Oberer Verdauungstrakt – Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm; selten. Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Schluckbeschwerden.
Zusätzlich kann die Analregion betroffen sein (Fisteln, Fissuren, Abszesse) – mehr dazu im Kapitel Fisteln bei Morbus Crohn.
Mögliche Ursachen von CED
Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED) entstehen durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
- Genetische Veranlagung: Familiäre Häufungen und bestimmte Gene erhöhen das Risiko.
- Störung der Darmbarriere: Die Schleimhaut schützt nicht mehr ausreichend, sodass Bakterien Entzündungen auslösen können.
- Fehlgeleitete Immunreaktion: Das Immunsystem reagiert übermäßig stark auf harmlose Reize im Darm.
- Umwelt- und Lebensstilfaktoren: Rauchen, Ernährung, Stress und ein hoher Hygienestandard fördern möglicherweise die Entstehung.
Die Zahl der Erkrankungen nimmt in westlichen Ländern zu – besonders bei jungen Menschen.
Mögliche Komplikationen bei Morbus Crohn
- Fisteln (abnorme Verbindungen zwischen Organen oder Haut)
- Abszesse (Eiteransammlungen)
- Darmverengungen (Strikturen) und Darmverschluss
- Mangelernährung durch gestörte Nährstoffaufnahme
Mögliche Beschwerden außerhalb des Darms
- Gelenkprobleme (Arthritis)
- Hauterkrankungen (Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum)
- Augenentzündungen (Uveitis)
- Leber- oder Gallengangsprobleme, etc.
Quellenangabe
Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH)
https://www.oeggh.at
S3-Leitlinie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (DGVS)
Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
https://www.awmf.org/leitlinien
Medizinische Universität Wien – Zentrum für Gastroenterologie
Die Medizinische Universität Wien bietet auf ihrer Website detaillierte Informationen zu den Ursachen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, einschließlich der genetischen Disposition, der Beteiligung des Immunsystems und des Mikrobioms.
https://www.meduniwien.ac.at
DCCV e. V. – Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung
https://www.dccv.de
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